| Vorname | Emilie Marie Ernestine |
|---|---|
| Nachname | Brinkmann, verw. Busch |
| Geburtsname | Heidenheim |
| Geburtsdatum | 01.05.1882 |
| Geburtsort | Schwerin |
| Wohnort(e) |
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| Beruf | Hausfrau |
| Geschäftsadresse |
| Familienstand | verheiratet |
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| Verwandschaftsverhältnis | Witwe von Walter Karl Ferdinand Busch (1880-1914), Ehefrau von Kuno Buschmann (geb. 1880) |
| Deportation | unbekannt |
|---|---|
| Todesdatum | unbekannt |
| Sterbeort | unbekannt |
Emilie Marie Ernestine Brinkmann, geb. Heidenheim und Familie
Emilie Heidenheim wurde am 1. Mai 1882 als jüngste von vier Töchtern des Ehepaares Hermann Adolph Heidenheim (geboren 1826) und seiner nichtjüdischen Ehefrau Emilie, geb. Berger, in Schwerin geboren. Ihre Familie lebte in der Anastasiastraße(1) 1 bzw. später in der Nr. 11.
Die Familie Heidenheim zählte zu den alteingesessenen jüdischen Familien in Schwerin. Sie ist urkundlich in der dortigen Altstadt nachweisbar seit der Annahme erblicher Familiennamen infolge des durch den mecklenburgischen Herzog am 22. Februar 1813 erlassenen Emanzipationsediktes. Bei der Geburtsanzeige von Emilie im Jahre 1882 taucht der Vater nicht als Jude auf, sondern gibt seine Religion mit „lutherisch“ an; ein Hinweis darauf, dass er sich aller Wahrscheinlichkeit nach hatte taufen lassen. Hermann Adolph Heidenheim war zu diesem Zeitpunkt „Kammersekretär“ und beendete schließlich seine Karriere als „Hofrat“ der großherzoglichen Finanzverwaltung.
Emilie und ihre Schwestern Antonie (1867-1946), Hermine (1874-1960) und Ida (1880-1951) verbrachten ihre Kindheit und Jugend in Schwerin. Die Schwestern waren alle evangelisch getauft. Es ist anzunehmen, dass eine religiöse jüdische Erziehung im Elternhaus und auch später nicht ihren Alltag prägte. Während ihre Schwestern nicht heirateten, sich ihren Lebensunterhalt als Telegrafistinnen bzw. als Erzieherin verdienten, in Schwerin wohnen blieben und dort – nach dem II. Weltkrieg – starben, wissen wir über Emilie und ihr Schicksal weniger.
Sie heiratete 1908 in Schwerin den nichtjüdischen Oberlehrer Walter Karl Ferdinand Busch (1880-
1914) und lebte später in Guben und Berlin. Kinder aus dieser Beziehung sind nicht bekannt. Ihr Mann starb 1914. Er fiel als Leutnant der Reserve im Reserve-Infanterieregiment Nr. 37 im Gefecht bei Ornes, Frankreich, am 14. Dezember 1914.
In zweiter Ehe heiratete Emilie 1920 den am 24. Juli 1880 in Bockenheim, Hessen-Nassau, geborenen Nichtjuden Kuno Georg Wilhelm Theodor Brinkmann(2). Kuno Brinkmann war Witwer und lebte als Rittergutsbesitzer in Tieplitz bei Tarnow in Mecklenburg. Auf die eine oder andere Art „verlor“ er sein Rittergut in den 1920er Jahren an Hans Heinrich von Holstein (1888-1978), den preußischen Regierungsrat und ehemaligen Landrat des Landkreises Greifenberg i. Pommern, dem dieses als Ersatz für sein „Haus Weesenheim“ am Obersalzberg angeboten wurde.
Der Zensus von 1939 gibt Emilies Wohnanschrift dann in der Stralsunder Teichstraße(3) 12c an. Ab diesem Zeitpunkt gibt es keine weiteren Spuren mehr zu Emilie und Kuno Brinkmann.
Quellen:
1. Stadtarchiv Stralsund, WAZ 1915 bis 1951
2. Stadtarchiv Stralsund, Sterberegistereinträge 1939 bis 1941
3. www.mappingthelives.org, Lebensorte der deutschen Juden 1939
4. https://gutsanlagen.blogspot.com, abgerufen am 29. Januar 2026
5. Stadtarchiv Schwerin, Geburtsregister 1882
6. Stadtarchiv Schwerin, Eheregister 1908, 1920
7. Buddrus/Fritzlar: Juden aus Mecklenburg, 2 Bde., Schwerin 2009
1 Heutige Münzstraße.
2 In die Internetauftritte und das Buch zu den „Juden in Mecklenburg“ von Buddrus/Fritzlar hat sich ein
Lesefehler eingeschlichen. Der Familienname des zweiten Ehemannes ist nach Aussagen des Schweriner Stadtarchivs „Brinkmann“, nicht „Buschmann“.
3 Heutige Friedrich-Engels-Straße.


