Vorname Manfred
Nachname Liwschütz
Geburtsname
Geburtsdatum 29.03.1924
Geburtsort Güstrow
Wohnort(e)
  • Güstrow, Hollstraße 10
  • Stralsund, Frankenstraße 85
Beruf Gärtnerlehrling
Geschäftsadresse
Familienstand alleinstehend
Verwandschaftsverhältnis Sohn von Abraham Liwschütz (1892-1940) und Beila Lustig (1903-1940)
Deportation 12.02.1940 Piaski
Todesdatum 1940
Sterbeort Piaski

Manfred Liwschütz

Manfred Liwschütz wurde am 29. März 1924 in Güstrow als Sohn des jüdischen Händlers Abraham Liwschütz (1898-1940) und seiner Ehefrau Beila, geb. Lustig (1903-1940) geboren.

Die Eltern zogen nach seiner Geburt nach Stralsund und eröffneten nachweislich ab 1931 ein Geschäft für alte und neue Kleider in der Frankenstraße 85. Manfred besuchte in Stralsund die Schule, musste sie aber nach Regierungsantritt durch die Nationalsozialisten vorzeitig verlassen und begann eine Gärtnerlehre.

Nach Erreichen der religiösen Volljährigkeit – Bar Mizwa – mit dem vollendeten 13. Lebensjahr wurde Manfred Mitglied der Stralsunder Synagogengemeinde. Die Mitgliederliste vom Dezember 1938 weist ihn als solches aus.

Über Manfreds Leben ist wenig bekannt. Es gibt keine Dokumente oder Nachweise anderer Stralsunder Juden, die auf seine Person Bezug nehmen. Die Listen der nationalsozialistischen Administration zu den Juden und „Mischlingen“ in Stralsund führen ihn und wir wissen auch, dass er Ende 1938 den Zwangsnamen Israel annehmen musste und somit sofort als Jude erkennbar wurde.

Die Deportationsliste nach Piaski vom 12. Februar 1940 zeigt an, dass Manfred mit seinen Eltern am 12. Februar 1940 über Stettin in das Ghetto Piaski deportiert wurde, wo sich seine Spur verliert.

Quellen:

  1. Stadtarchiv Stralsund, Rep. 18, Nr. 432, 435, 437, 439, 440, 442
  2. Stadtarchiv Stralsund, Rep. 29, Nr. 137
  3. Lubliner Judenliste, Liste der Deportierten der 1. Deportation pommerscher Juden vom 12. Februar 1940, Reihe: Zeitgeschichte regional, Hrsg. Geschichtswerkstatt Rostock
  4. Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945, abrufbar unter: www.bundesarchiv.de, abgerufen am 27. Februar 2026
  5. Wohnungsanzeiger Stralsund 1919-1941
  6. Juden in Mecklenburg, unter: www.juden-in-mecklenburg.de, abgerufen am 27. Februar 2026
  7. Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid, Juden in Mecklenburg 1845–1945. Lebenswege und Schicksale. Ein Gedenkbuch. 2 Bde., hrsg. Institut für Zeitgeschichte München-Berlin; Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, 2019 Schwerin