| Vorname | Beile/Beila |
|---|---|
| Nachname | Liwschütz |
| Geburtsname | Lustig |
| Geburtsdatum | 23.04.1903 |
| Geburtsort | Komarnow, Galizien |
| Wohnort(e) |
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| Beruf | Hausfrau |
| Geschäftsadresse |
| Familienstand | verheiratet |
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| Verwandschaftsverhältnis | Eefrau von Abraham Liwschütz (1892-1940), Mutter von Manfred (1924-1940) |
| Deportation | 12.02.1940 Piaski |
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| Todesdatum | 1940 |
| Sterbeort | Piaski |
Beila Liwschütz, geb. Lustig
Beila Lustig wurde am 23. April 1903 als Tochter der jüdischen Händlerin Shaja Lustig, geb. Buxbaum (1859-1933) und Manfred/Menachem Lustig (1860-vor 1917) in Komarnow, Galizien, geboren. Sie war die jüngste von 5 Geschwistern: Samuel Buchsbaum, genannt Lustig (1894-1964), Mia Friedmann, geb. Lustig (1896-1978), Arnold Buchsbaum (1898-1972), Leon Leib Buchsbaum (1900-19) und Beila Liwschütz, geb. Lustig (1903-1940). Alle Kinder wurden in Galizien, Komarnow geboren und kamen mit ihrer Mutter Chaje 1911 nach Güstrow, wo sie in der Hollstraße 10 unterkamen.
In den 1920er Jahren heiratete Beila den jüdischen Händler Abraham Liwschütz (1898-1940). Am 29. März 1924 wurde der Sohn Manfred in Güstrow geboren.
Die Familie zog nach 1924 nach Stralsund. Dort unterhielten sie nachweislich ab 1931 in der Frankenstraße 85 ein Geschäft für Alte und Neue Bekleidung. Auch Beiles Bruder Leon war nach Stralsund gezogen und hatte dort ein Geschäft eröffnet. Beiles Mutter verließ bereits früh Deutschland und ging nach Palästina, wo sie 1933 starb. Die anderen Geschwister – bis auf Beile und Leon – folgten ihr und überlebten den Holocaust.
Liwschützens schlossen sich der Stralsunder Synagogengemeinde an. Sie werden sowohl 1934 als auch 1938 als Mitglieder dieser Gemeinde angegeben. Beila gehörte zu einigen wenigen Stralsunder Juden, die Ende 1938 keinen Zwangsnamen annehmen mussten, da ihr Rufname sie eindeutig als Jüdin auswies. Ihr Ehemann und ihr Sohn waren gezwungen, ihrem eigentlichen Vornamen noch den Zwangsnamen Israel zuzufügen.
Nach der erzwungenen Schließung des familiengeführten Geschäftes zum 13. Februar 1939 wurden sie auch noch gezwungen, ihren Wohnsitz in der Frankenstraße zu verlassen und kamen im Haus Tribseer Damm 7 kurzfristig unter.
Am 12. Februar 1940 wurden Beila, ihr Mann Abraham und der inzwischen 16jährige Manfred mit anderen pommerschen Juden in Züge verfrachtet und über Stettin nach Lublin gebracht. Von dort mussten sie sich bei eisiger Kälte auf einen kilometerlangen Marsch nach Piaski machen, wo sie auf die Häuser der dort ansässigen jüdischen Einwohner aufgeteilt wurden. Über das weitere Schicksal der Familie Liwschütz ist nichts bekannt.
Quellen:
- Stadtarchiv Stralsund, Rep. 18, Nr. 432, 435, 437, 439, 440, 442
- Stadtarchiv Stralsund, Rep. 29, Nr. 137
- Lubliner Judenliste, Liste der Deportierten der 1. Deportation pommerscher Juden vom 12. Februar 1940, Reihe: Zeitgeschichte regional, Hrsg. Geschichtswerkstatt Rostock
- Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945, abrufbar unter: www.bundesarchiv.de, abgerufen am 27. Februar 2026
- Wohnungsanzeiger Stralsund 1919-1941
- Juden in Mecklenburg, unter: www.juden-in-mecklenburg.de, abgerufen am 27. Februar 2026
- Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid, Juden in Mecklenburg 1845–1945. Lebenswege und Schicksale. Ein Gedenkbuch. 2 Bde., hrsg. Institut für Zeitgeschichte München-Berlin; Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, 2019 Schwerin


