| Vorname | Luise |
|---|---|
| Nachname | Eliel |
| Geburtsname | Tietz |
| Geburtsdatum | 14.07.1887 |
| Geburtsort | Stralsund |
| Wohnort(e) |
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| Beruf | Hausfrau |
| Geschäftsadresse |
| Familienstand | verheiratet |
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| Verwandschaftsverhältnis | Ehefrau von Dr. Oskar Eliel (1878.1914), Mutter von Heinz Edgar (1908-1947), Erwin Jlius (1911-1956), Ernst Ludwig (1921-2008) |
| Deportation | keine, Überlebende |
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| Todesdatum | 03.03.1948 |
| Sterbeort | New York, USA |
Luise Eliel, geb. Tietz
Luise Tietz wurde am 14. Juli 1887 als viertes Kind des jüdischen Warenhausbesitzers Leonhard Tietz (1849-1914) und seiner Frau Flora, geb. Baumann (1855-1943) in Stralsund geboren. Zusammen mit ihren vier Geschwistern, Heinrich (1880-1891), Alfred Leonhard (1883-1941), Änne Amalie Eliel (1892-1966) und Gerhard Leonhard (1894-1978) wuchs sie ab 1880 in Elberfeld/Wuppertal auf, wohin die Familie 1885 gezogen war. Sie heiratete den Juristen Dr. Oskar Eliel (1878-1939) aus Köln, der ebenfalls einem jüdischen Elternhaus entstammte. Nach der Hochzeit ließ sich das junge Paar in Köln nieder. Ein Jahr später kam der älteste Sohn Heinz Edgar (1908-1947) in Köln zur Welt. Ihm folgten zwei weitere Söhne: Erwin Julius (1911-1956) und Ernst Ludwig (1921-2008).
Luise Eliel widmete sich hauptsächlich der Betreuung und Erziehung der Söhne und führte den Haushalt. Außerdem betätigte sie sich aktiv im Jüdischen Frauenverein. Die ganze Familie war Mitglied der Jüdischen Gemeinde in Köln. Oskar gehörte seit 1920 der Leitung der Synagogengemeinde an; 1925 wurde er als deren Vertreter in den Preußischen Landesverband der Jüdischen Gemeinden gewählt.
Dr. Oskar Eliel promovierte 1901 in Heidelberg und erlangte 1908 seine Zulassung am Oberlandesgericht Köln. Er arbeitete als Rechtsberater und Aufsichtsratsvorsitzender der „Leonhard Tietz AG” und gehörte ebenfalls dem Aufsichtsrat der Kölner Versicherungsgesellschaft Patria1 sowie ab 1929 dem Vorstand der “Schuhgroßhandel und -produktion Rollmann & Mayer AG” an.
Der erste Einschnitt im Leben der Familie Eliel nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten war 1935 der erzwungene Wohnortwechsel in eine Mietwohnung in der Voigtelstraße 22. Dort befinden sich heute Stolpersteine für Oskar, Louise und Ernst Ludwig.
Oskar Eliel konnte seine Tätigkeit als Rechtsanwalt zunächst noch bis 1938 ausüben. Im September 1938 wurde ihm dann die Zulassung entzogen. Ende Oktober floh die Familie nach Palästina, kehrte aber nach Europa zurück und ließ sich in den Niederlanden nieder. Dr. Oskar Eliel starb am 30. Oktober 1939 in Amsterdam. Das Familiengrab der Familie Tietz auf dem Friedhof von Köln Bocklemünd in Nordrhein-Westfalen nennt seinen Namen.
Kurz nach dem Tod von Oskar Eliel flüchtete Luise nach Großbritannien, 1945 und 1946 lebte sie in Palästina und kehrte dann nach Großbritannien zurück, von wo aus sie schließlich kurz vor ihrem Tod nach New York übersiedelte. Luise starb Anfang März 1948 in Queens, New York City, USA. Auch ihr Name findet sich auf der Familiengrabstätte Tietz in Köln.
Ihr Sohn Heinz floh nach England, gründete dort mit Anneliese Landauer (1916-2002) eine Familie, aus der zwei Kinder hervorgingen und starb 1947 in Gerrards Cross, Buckinghamshire.
Der zweitälteste Sohn, Erwin Julius, fand seine Heimat in den Vereinigten Staaten, in New York City, war in erster Ehe verheiratet mit Hannah Hirschfeld, geb. Lissauer (1913-2010) und nach der Scheidung von ihr, in zweiter Ehe mit Helga Klau (1921-1998). Mit seiner ersten Ehefrau hatte Erwin Julius 3 Kinder.
Ernst Ludwig floh 1938 nach Schottland, später nach Kanada und Kuba. An der Universität von Havanna begann er ein Studium der Chemie, welches er mit einer Promotion in Organischer Chemie an der University of Illinois, 1948 abschloss. Er heiratete Eva Schwarz und hatte mit ihr zwei Töchter. Ernest Eliel starb Ende September 2008 in Chapel Hill, North Carolina, USA.
Quellen:
- www.zurich.de/historie, abgerufen am 20. April 2024
- Geburtsregister Stralsund, StA Stralsund
- www.geni.com, abgerufen am 20. April 2024 und am 23. Januar 2026
- “Schuhfabrik Rollmann & Mayer in Niehl“. In: KuLaDig, www.kuladig.de
- Texte zu Stolpersteinen, unter: www.museenkoeln/ns-dokumentationszentrum-koeln-stolpersteine, abgerufen am 20. April 2024
1Die Patria Versicherung für Handel und Industrie AG wurde 1921 von Warenhauskonzernen in Köln gegründet und 1933 in die Agrippina Gruppe aufgenommen.


